Archive for the 'Und so' Category

On the road

Ich tucker gerade im bus der tansanisch/kenianischen Grenze entgegen und blooge dabei via Handy.Habe eine gute Woche in Kenias Hauptstadt Nairobi verbracht und hektisches afrikanisches Grossstadtleben erlebt. Bin jetzt relativ k.o und freue mich auf gemuetlichen Sonntagmittag in Moshi..
Ueber Nairobi bei Zeiten nochmal ausfuehrlicher.

Mein Gips ist inzwischen wieder weg, lustigerweise hat sich mein Doktor inzwischen selber den Zeh gebrochen (aber am anderen Fuss). Ich bin diese Woche immer noch bei den Kiliwizards, ab naechster Woche dann auch wieder bei White Orange Youth und Yocoso.

Am Wochenden haben die Nachbarn ein Schaf geschlachtet, Anlass war die Beschneidung der Nachbarsjungen. Wir waren alle recht erleichtert, das Tier war die letzten Zwei Wochen vor unserer Wohnung angebunden und hat jede Nacht durchgebloekt . Wir durften dann als Entschaedigung mitessen.

Unsere Nachbarn in Magereca mit den Ueberresten von einem Schaf

Am war Sonntag „Jioni ya mwafrica“ (~afrikanischer Abend), eine Veranstalltung von den Kiliwizards. Das ganze war eine Mischung aus Bongo Flava, tansaniaschem Hip-Hop und traditionellen Taenzen. Hier zwei Bilder, bald kommen noch mehr.

John & Cassim (Kiliwizards) bei „Joini ya mwafrica“

Kiliwizards

Joel und unser Abendessen (Ugali)

Bin seit gestern wieder am Schaffen, mache wiegesagt nachmittags Englischunterricht bei den Kiliwizards. Das Ganze faengt immer mit etwa  einer halben bis ganzen Stunde Verspaetung an und die die Zahl der Anwesenden schwankt auch immer ein bischen, dafuer sind alle immer mit erstaunlichen Grundfroehlichkeit dabei.

Dem Zeh gehts etwas besser, lasse die Kruecken inzwischen zu Hause und hoffe auf Gips-Befreiung am naechsten Donnerstag. Bei uns Zuhause sind wir jetzt zu dritt. Joel, ein Sozialarbeiter aus Kenia und guter Freund von Walter ist fuer ein paar Wochen in Moshi und diszipliniert unsere Wg in Magereca ein bischen. Wir kochen jetzt regelmaessiger (meisstens Reis, Ugali oder Spaghetti) und haben inzwischen auch ein richtiges Haushaltsbudget. Auch schwaermt er sehr von Kenia, ueberlege gerade ob ich nicht irgendwann in der restlichen Zeit fuer ein paar Tage nach Mombassa oder Nairobi reise.

Mit Gipsfuss durch Moshi

Walter setzt meinen Gipsfuss in Szene

Habe mir heute morgen beim Klettern einen kleinen Zeh gebrochen. Da ich fuer unser Gartentor keinen Schluessel habe und unsere Nachbarn schon auf Achse waren musste ich da drueberklettern. Habe das schon etliche Male erfolgreich geschafft, doch heute bin ich irgendwie wieder bloed aufgekommen.

Auf jeden Fall ist jetzt das Verbindunbgsstueck zwischen dem mittleren und dem aeusseren Glied meines „Ringzehs“ rausgesprungen. Das wurde von einem Arzt wieder reingedrueckt und ich wurde gerade fuer zwei bis drei Wochen vergipst.

Rege mich gerade ein bischen sehr ueber das Ganze auf, da ich mich in dieser Woche gerade wieder an die Arbeit gewoehnt habe. Muss mal gucken wie ich das in der Gipsfusszeit mit White Orange, Yocoso und den Kiliwizards mache, da man bei den Sachen eigentlich immer sehr viel zu Fuss unterwegs ist. Vielleicht kann ich in der Zeit irgendwo unterrichten, bis ich mich wieder in Normaltempo bewegen kann.

Mein Roentgenbild auf der Waescheleine im Krankenhaus

Nach einem halben Jahr Tansania…

Der stillgelegte Bahnhof von Moshi

Heute vor genau sechs Monaten bin ich in Frankfurt gen Sueden geflogen. Ich weiss noch, dass ich davor seeehr unsicher war, ob das hier gut geht und ob ich hier zurecht komme. Rueckblickend haette es aber nicht besser laufen koennen, vor allem meine Staedtewahl: Moshi ist relativ klein und ueberschaulisch (fuer tansanische Verhaeltnisse, mit Umgebung etwa 1,5 Millionen), hier kennt fast jeder jeden und inzwischen werde ich morgens auf dem Weg zur Arbeit sogar von fast allen Fruehaufstehern mit „Masawe! Mambo vipi?“ (Masawe, wie geht’s?) begruesst, was ich immer sehr nett und herzlich finde.
Ich bin vor allem sehr dankbar, hier Walter getroffen und mich mit ihm angefreundet zu haben. Habe ja speziell anfangs viel ueber nervigen Wohnungs-, Visa- oder Arbeitskram gebloggt, bei dem er mir immer sehr kompetent und selbstlos geholfen hat. Ich glaube, dass es mir ohne seine Hilfe anfangs zu viel geworden waere und ich wieder meine Koffer gepackt haette. Die gemeinsame Bude mit ihm ist immer noch sehr spassig, auch wenn ich mich nicht recht an die etwa fuenf Zentimeter grossen Kakerlaken und noch groesseren Spinnen gewoehnt habe, die aber laut Walter „cute“ sein sollen.
Im Nachhinein bin ich auch froh, ohne andere Volunteers nach Moshi gekommen zu sein, auch wenn das etwas komisch klingt. Aber durch Walter und andere bin ich so eher in Kontakt mit lokalen Leuten gekommen, was irgendwie interessanter ist. Andere Weisse werde ich Deutschland noch genug sehen.

Das Kiswahili ist zwar noch nicht annaehernd fliessend, die basics habe ich aber schon drauf und wenn ich meine inzwischen uebernommene tansanische Gemuetlichkeit noch ueberwinden kann und mich mit der (eigentlich sehr simplen) Grammatik anfreunde, kriege ich das in den naechsten fuenf Monaten auch noch hin.

Im Moment kann ich mir noch nicht richtig vorstellen, dass ich hier mal wieder weg muss. Zeitweise hatte ich mit dem Gedanken gespielt, das Ganze auf insgesamt zwei Jahre zu verlaengern. In dem Fall koennte ich mich aber wahrscheinlich noch schwerer losreissen und auf Uni oder Aehnliches haette dann wahrscheinlich erst recht keine Lust.

Ab naechster Woche bin ich in Arusha, dort wird mit den anderen Volunteers und Leuten von Tafungua ueber die bisherige Zeit reflekiert. Danach besuchen mich zwei Tanten fuer gute zwei Wochen, die ich auf Safari und nach einer Woche in Moshi (mal wieder;) nach Sansibar begleite. Freue mich schon sehr auf die naechsten Wochen, werde Picasa danach auch mit vielen neuen Bildern fuettern.

Yocoso

Gestern war im „Adventure“, einem Restaurant/Hotel in Moshi, eine Auffuehrung der Kiliwizards. Habe gegen Abend mit Walter vorbeigeschaut. Die Show war fuer eine Gruppe Touris und CSS-Volunteers (die ich persoenlich aber auch zu den Touris zaehle, da die meissten CCS-Volunteers gerade mal drei Wochen im Laden sind, von denen meisstens eine fuer Safari oder Sansibar drauf geht).

Fuer mich war es irgendwie ein bischen komisch, nach einem halben Jahr wieder so viele, teilweise sehr dicke, Weisse auf einem Haufen zu sehen. Es waren nicht gerade Stimmungskanonen, verhaltenes Klatschen war da schon der Gipfel der Gefuehle. Einer hat die Taenzer ausgiebig angegaehnt, obwohl die Show laut Walter und mir super war.

Fuer Yocoso mach ich zur Zeit immer unterschiedlich Sachen, jetzt am Anfang muss ich noch oefters zuschauen. Neulich waren Gordad und ich z.B in einer Berufsschule in der eine Aids-Diskussion auf dem Plan stand. Den Grossteil hat Gordad geleitet, ich war z.B nur fuer Auflockerungsspiele und einen kurzen Einschub ueber Aids in Deutschland und anderen Industrielaendern veranwortlich. Finde es aber auch ganz gut so, da man sich am Anfang erst ein bischen eingewoehnen muss. Gestern habe ich dann bei Antrag auf Spendengeldern bei „The Foundation“ mitgeholfen und das spaeter noch ge“excelt“. Ausserdem bin ich jetzt seit gestern auch das erste weisse und auslaendische Mitglied.

Sonst rege ich mich gerade ein bischen ueber die Technik auf. Das Internetcaffee, in dem ich zu einem sehr freundschaftlichen Freundschaftspreis surfe, arbeitet mit sehr langsamen Computern, die dann mit einer sehr langsamen Internetleitung klarkommen muessen. Seit einer Woche sind auch noch alle PCs mit Viren verseucht, weil irgendein Held bei einem Computer „Antivir“ abgeschaltet hat und die Viren dann sofort auf alle anderen Rechner gesprungen sind. Dazu kommt noch, dass das Stromnetz seit etwa drei Monaten jeden Abend zusammenbricht oder wegen einer Wartung abgeschaltet wird.

Masawe’s back

Seit letztem Jahr ein sehr beliebtes Motiv in Moshi

Nach laengerer WordPress-Abstinenz geht’s heute endlich weiter. Sehen kann ich seit ein paar Wochen wieder, Walter hat ueber einen Freund neue Brillenglaeser aus Kenia organisiert. Hier wuerden sie naemlich das doppelte kosten und sind in meiner Staerke nicht sehr leicht zu finden. In Moshi habe ich mir dann einen Made-in-China-Rahmen fuer umgerechnet etwa 30 Cent besorgt und auch hier die Glaeser schleifen und einsetzen lassen. Der Rahmen war nicht ganz meine Wunschwahl, es ist einer mit sehr fetten, schwarzen Raendern mit dem ich jetzt ein bischen wie Thorwald Proll aussehe. Aber fuer umgerechnet insgesamt 30 Euro kann man auch als Schwabe nichts sagen.

Letztes Wochenende hatte ich zum ersten Mal Malaria. War die ganze Zeit sehr schwach und habe alles Gegessene sehr schnell wieder nach draussen befoerdert. Ich glaube ich war das erste Mal in meinem Leben voellig appetitlos. Inzwischen gehts aber wieder einigermassen, ich habe vom Krankenhaus Tabletten bekommen, die ganz gut (wenn auch etwas depressiv) gewirkt haben und trinke auf Anordnung viel Fruchtsaefte, die gut entgiften sollen.

Seit 2 Wochen Woche bin ich wiegesagt bei „White Orange Youth“, die hauptsaechlich Aids-Aufklaerung betreiben. Mit Streetwork oder Aktionstagen werden den Leuten die Infektionswege von HIV/Aids und Gebrauch von Verhuetungsmitteln erklaert.

Da White Orange Youth gerade noch eine groessere Aktion vorbereitet und  das outreach Programm noch nicht gestartet ist, bin ich gerade auch noch zusaetzlich bei zwei befreundeten Organisationen, den „Kili Wizards“ und der „Youth Control Society“.

Die „Kili Wizards“ sind eine Tanzgruppe, die mit Vorfuehrungen an Schulen oder auf Festen ueber Themen Aids, Drogenmissbrauch oder Korruption aufklaert. Bei denen mache ich jetzt zwei Mal in der Woche Englisch Unterricht. War vorgestern bei einer Probe dabei, war alles sehr beeindruckend. Fotos davon kommen bald.

Die „Youth Control Society“ (YOCOSO) sitzt in Njoro („Ndschorro“), das sowas wie das Problemviertel von Moshi ist. Dort wohnen scheinbar schon seit Generationen die Gangster von Moshi. Vor ein paar Jahren hat sich die Lage aber entspannt.  Seit kurzem gibt es dort auch eine Polizeiwache, die jedoch um 6 Uhr abends schliesst. Auf jeden Fall kuemmert sich „Yocoso“ um die Jugend in dem Viertel und klaert ueber Drogenmissbrauch und Aids auf. Yocoso begleite ich bei Rundgaengen durch das Viertel, bei denen sie mit den Bewohnern sprechen, Frage-und-Antwort-Runden um die Themen Aids und Drogenmissbrauch machen oder den Gebrauch von Kondomen erklaeren. Auch bastel ich fuer sie einen Blog. Da es noch eine sehr junge Organisation ist, ist eine Website ganz gut fuer Spenden und Volunteers.

Wie lange ich jetzt bei White Orange Youth und den Partnerorganisationen arbeite, weiss ich noch nicht. Ich wuerde eigentlich auch noch gerne zu den Green Mamas, der Umweltgruppe in Moshi. Die warten aber immer noch auf Foerdergelder aus Dar es Salam, vorher koennen sie noch nichts starten.

Auf jeden Fall bleibe ich wahrscheinlich insgesamt bis Mitte Juli, also insgesamt 11 Monate. Urspruenglich hatte ich Mitte August als Abreisezeit angepeilt, wenn ich aber ab diesem Wintersemester etwas studieren sollte, waere das etwas knapp. Der Abschied hier wird sicher hart, habe mich inzwischen schon ganz gut eingelebt und zu sehr in die schoene Umgebung, das leckere Essen und die netten Menschen gewoehnt. Zeitweise hatte ich sogar ernsthaft ueberlegt, auf insgesamt zwei Jahre zu verlaengern.

Na ja, jetzt bleiben mir immerhin noch sechs Monate, die ich geniessen kann.

Habe uebrigens einen ganzen Schwung neuer Fotos hochgeladen, alle aus meiner Urlaubszeit als mich Timo und Thomas besucht haben. Fotos von Sansibar und meinen neuen Arbeitgebern kommen morgen (oder spaeter, no hurry in Africa…).

Auf dem Weg zum Marangu-Wasserfall