Nairobi

Habe das lange Osterwochenende genutzt um mit Walter in die kenianische Hauptstadt zu fahren. Joel, der uns zuletzt fuer einen Monat in Moshi besucht hatte, wohnt dort mit Freundin. Wir haben die ersten drei Tage bei Merceline, einer Couchsurferin gepennt, dann ist Walter zurueck nach Moshi und ich habe noch ein paar Tage bei Joel, seinem Cousin und seinem Bruder gehaust. White Orange Youth hatte mir fuer die restlichen Tage der angefangenen Woche freigegeben, da es in der Woche keine Arbeit bzw. nur eine Art Inventur gab, fuer die sie keine Volunteers brauchen.

Ausser dem kenianischen Nachtleben haben wir uns noch die Gedenkstaette fuer die Al-Quaida Anschlaege an der amerikanischen Botschaft angesehen. Walter war 1998 Sanitaeter in einem Krankenhaus in Nairobi und musste damals auch Anschlagsopfer versorgen. Der Platz, an dem frueher die Botschaft stand, ist jetzt eine Art Kulturpark mit Museum. Als wir da waren, spielte draussen gerade eine Genge-Band (kenianischer Bongo Flava). Auch lief gerade eine Aktion, bei der man anstatt Eintritt mit einer Tuete Maismehl bezahlen musste, welche dann spaeter in den Slums von Nairobi verteilt werden sollten.

Ansonsten ist Nairobi sehr hektisch und laut. Die Autos rasen einheitlich wie auf deutschen Autobahnen und nehmen sich immer recht anarchisch die Vorfahrt, die Strassen konnte ich eigentlich immer nur im Sprint ueberqueren. Auch die Matatus, die kleinen Busse die durch die Innenstadt fahren, sind mit Slogans wie „We don’t drive too fast, we are flying slowly!“ bemalt und drehen die Boxen immer auf volle Lautstaerke, sodass es einem noch lauter vorkommt als in der Disko in der man gerade war.

Eines Nachmittags bin ich durch das Zentrum gezogen und habe in der Naehe Schuesse gehoert. Habe dann schleunigst kehrt gemacht, bin aber etwa eine Stunde spaeter durch Zufall wieder in die Gegend gekommen. Dort waren jetzt Polizeiabsperrungen und auf der Strasse lag ein toter Mann. Tags darauf stand in der Zeitung, dass er einer mit zwei anderen Leuten einen Supermarktbesitzer ueberfallen hatte. Die drei Maenner hatten ihm die woechentlichen Einnahmen abgenommen als er diese gerade in einer Plastiktuete zur Bank bringen wollte. Die Gangster wurden jedoch anschliessend von den Passanten eingekreist und konnten nicht abziehen. Deswegen sollen sie einen Teil der Beute in die Menge geschmissen haben um etwas Verwirrung zu stiften. Zwei der Ganster konnte erfolgreich fliehen, der andere, den ich auf der Strassen gesehen hatte, wurde entweder von der Polizei erschossen oder von der Meute gelyncht, die Meinungen gehen da irgendwie ausseinander. Als ich die Story ganz aufgeregt abends meinen Gastgebern erzaehlte, grinsten die nur und meinten, dass sowas fast taeglich passiert. Inzwischen nennen manche die Stadt sogar „Nairobbery“.

Irgendwie sieht auch alles sehr westlich aus: Es gibt Kasinos, Fastfood und jeder trabt im Stechschritt durch die City. Bin ganz froh wieder im ruhigen und beschaulichen Moshi zu sein auch ich wenn kuehleren Temperaturen in Nairobi genossen habe.

Ich habe auch ein paar Bilder gemacht, wenn auch nicht sehr viele. Habe naemlich eine ganz ordentliche Kamera und wollte in der Innenstadt keine Ganster anlocken.

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2 Responses to “Nairobi”


  1. 1 stanley April 26, 2009 um 8:45 pm

    masawe mrembo sana

  2. 2 Masawe April 27, 2009 um 4:16 pm

    haya, nashukuru kaka. Mchumba ni mrembo pia!


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