Archiv für Februar 2009

Masawe alakwenda safari

Bin gestern aus Arusha zurueckgekommen, dort war wiegesagt das Zwischenseminar und anschliessend eine viertaegige Safari mit zwei Tanten. Die Safari war super, alles sehr friedlich und gelassen. Die auf den Baeumen pennenden Leoparden oder die planschenden Hippos haben mich sehr an die gemuetlichen Tansanier erinnert.
Wir waren waren zuerst beim Lake Manjara, dann in dem Nngorongoro Krater und am Schluss noch zwei Tage in der Serengeti. Gesehen haben wir alles, Fotos von Giraffen, Loewen, Leoparden, Geparden, Nashoernern und ein paar haesslichen Strausse gibts es vllt. noch irgendwann diese Woche. Zu meinem und Walters Aerger hat unser Stamm-Internetcaffee das System geaendert und vergibt die Surfzeiten jetzt von einem zentralen Computer. Bisher konnte man sich die Zeit auf jedem PC immer selber freischalten und wenn man das Passwort wusste, konnte man immer sehr ausfuehrlich surfen. Deswegen kommen die Bilder in Zukunft wahrscheinlich immer haeppchenweise.

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P-Square – No one like you


Mit einem Tag Verspaetung hier noch ein kleines Special zum Valentinstag. P-Square ist ein R’nB/Hip-Hop Duo aus Nigeria und seit ein, zwei Jahren vor allem in Ost- und Suedafrika bekannt. „No one like you“ laeuft hier auf jeder Hochzeit oder Kommunion und ist auch garantiert der meisst genutzte Klingelton.

Nach einem halben Jahr Tansania…

Der stillgelegte Bahnhof von Moshi

Heute vor genau sechs Monaten bin ich in Frankfurt gen Sueden geflogen. Ich weiss noch, dass ich davor seeehr unsicher war, ob das hier gut geht und ob ich hier zurecht komme. Rueckblickend haette es aber nicht besser laufen koennen, vor allem meine Staedtewahl: Moshi ist relativ klein und ueberschaulisch (fuer tansanische Verhaeltnisse, mit Umgebung etwa 1,5 Millionen), hier kennt fast jeder jeden und inzwischen werde ich morgens auf dem Weg zur Arbeit sogar von fast allen Fruehaufstehern mit „Masawe! Mambo vipi?“ (Masawe, wie geht’s?) begruesst, was ich immer sehr nett und herzlich finde.
Ich bin vor allem sehr dankbar, hier Walter getroffen und mich mit ihm angefreundet zu haben. Habe ja speziell anfangs viel ueber nervigen Wohnungs-, Visa- oder Arbeitskram gebloggt, bei dem er mir immer sehr kompetent und selbstlos geholfen hat. Ich glaube, dass es mir ohne seine Hilfe anfangs zu viel geworden waere und ich wieder meine Koffer gepackt haette. Die gemeinsame Bude mit ihm ist immer noch sehr spassig, auch wenn ich mich nicht recht an die etwa fuenf Zentimeter grossen Kakerlaken und noch groesseren Spinnen gewoehnt habe, die aber laut Walter „cute“ sein sollen.
Im Nachhinein bin ich auch froh, ohne andere Volunteers nach Moshi gekommen zu sein, auch wenn das etwas komisch klingt. Aber durch Walter und andere bin ich so eher in Kontakt mit lokalen Leuten gekommen, was irgendwie interessanter ist. Andere Weisse werde ich Deutschland noch genug sehen.

Das Kiswahili ist zwar noch nicht annaehernd fliessend, die basics habe ich aber schon drauf und wenn ich meine inzwischen uebernommene tansanische Gemuetlichkeit noch ueberwinden kann und mich mit der (eigentlich sehr simplen) Grammatik anfreunde, kriege ich das in den naechsten fuenf Monaten auch noch hin.

Im Moment kann ich mir noch nicht richtig vorstellen, dass ich hier mal wieder weg muss. Zeitweise hatte ich mit dem Gedanken gespielt, das Ganze auf insgesamt zwei Jahre zu verlaengern. In dem Fall koennte ich mich aber wahrscheinlich noch schwerer losreissen und auf Uni oder Aehnliches haette dann wahrscheinlich erst recht keine Lust.

Ab naechster Woche bin ich in Arusha, dort wird mit den anderen Volunteers und Leuten von Tafungua ueber die bisherige Zeit reflekiert. Danach besuchen mich zwei Tanten fuer gute zwei Wochen, die ich auf Safari und nach einer Woche in Moshi (mal wieder;) nach Sansibar begleite. Freue mich schon sehr auf die naechsten Wochen, werde Picasa danach auch mit vielen neuen Bildern fuettern.

Auf Spendenjagd

Gestern und heute bin ich sehr viel in Moshi rumgekommen. Im Mai ist steigt weltweit das sogenannte „Candlelight Memorial“ (click), eine Art Aids-Tag mit Umzuegen durch die jeweiligen Staedte, vielen Reden und unterschiedlichem Begleitprogramm. In Tanzania findet der diesjaehrige Umzug in Moshi statt und wird von „White Orange Youth“ organisiert. Da sowas jedoch ein groesseres Event ist und nicht in dem Budget von White Orange eingeplant ist, muessen jetzt schon Spender ausgemacht werden. Insgesamt muessen an die drei Millionen Schillinge (etwa 1800 Euros) zusammen kommen (fuer Transport, Kommunikation, Vorbereitung, Miete, etc.).
Deswegen war ich heute und gestern mit einem lokalen Volunteer unterwegs und habe so ziemlich jede Bank und Mobilfunkkette abgeklappert. Wir sind immer ueberraschend schnell zu dem Direktor vorgelassen worden, haben dann uns und unserer Anliegen vorgestellt und versucht, das ganze den Geldgebern auch ein bischen schmackhaft zu machen. Die Spender werden naemlich ueblicherweise in jeder Rede erwaehnt und beklatscht, werden in den Bericht an das Global Health Institute gesetzt, kommen in das monatliche Magazin selbiger Organisation und duerfen sogar noch mit Werbematerial fuer die eigene Firma bei dem Event mitmischen. Bei sehr grosszuegigen Spenden kommt sogar ihr Logo auf das offizielle White Orange/Candlelight-Shirt.
Direkte Zu- oder Absagen haben wir jetzt zunaechst noch nicht bekommen, die meissten Direktoren koennen das nicht eigenhaendig entscheiden und muessen jede Spendengeschichte erst mit der Zentrale in Dar es Salaam (schreibt man mit Doppel-a wie ich neulich ruasgefunden habe) abklaeren. Die Manager waren eigentlich ganz nett, wenn auch immer sehr gestresst und kurz angebunden, was ich eigentlich bei den anderen Tansaniern noch nicht beobachten konnte. Auf jeden Fall konnten alle immer fliessendes Englisch, so dass ich relativ viel machen konnte.

Moshi wird gerade ein bischen „kaelter“. Morgens sind es jetzt nur noch um die 20 Grad und die gewohnten 30-35 Grad kommen jetzt erst gegen Mittagessen. Ist jetzt der Anfang der grossen Regenzeit. War heute das erste Mal seit letztem August wieder in langen Hosen unterwegs. War dann aber doch zu warm;)

John (rechts) ist eines unserer Nachbarskinder, das ein bischen lernschwach ist und dem wir zur Zeit (versuchen) das Zaehlen beizubringen. Hier Walter als Lehrer

Neue Bilder

Hier noch ein paar neue Bilder von Yocoso, den Kiliwizards und der Library. Ich nehme jetzt auf den meissten Bildern, auf denen ich auch drauf bin, meine Brille ab, die kenianischen Glaeser sind naemlich nicht entspiegelt und mit Blitzlicht sieht das dann immer ein bischen nach Freakshow aus.

Jonathan oder auch „Obama“, ein Schuhpuzter neben der Library
Mit Gordad von Yocoso bei einer Aids Diskussion in einer Berufsschule
Walter und Upendo vor einem Auftritt der Kiliwizards im „Adventure“. Upendo (mit Killerblick) ist sowas wie der Chef der Kiliwizards und verkauft vor der Show noch Schmuck und Sandalen
Walter mit den weiblichen Kiliwizards
 
Ebby und James vor der Library
Ich, James und Calvin (mit meiner Kappe)
Ich, Ebby & Calvin

Yocoso

Gestern war im „Adventure“, einem Restaurant/Hotel in Moshi, eine Auffuehrung der Kiliwizards. Habe gegen Abend mit Walter vorbeigeschaut. Die Show war fuer eine Gruppe Touris und CSS-Volunteers (die ich persoenlich aber auch zu den Touris zaehle, da die meissten CCS-Volunteers gerade mal drei Wochen im Laden sind, von denen meisstens eine fuer Safari oder Sansibar drauf geht).

Fuer mich war es irgendwie ein bischen komisch, nach einem halben Jahr wieder so viele, teilweise sehr dicke, Weisse auf einem Haufen zu sehen. Es waren nicht gerade Stimmungskanonen, verhaltenes Klatschen war da schon der Gipfel der Gefuehle. Einer hat die Taenzer ausgiebig angegaehnt, obwohl die Show laut Walter und mir super war.

Fuer Yocoso mach ich zur Zeit immer unterschiedlich Sachen, jetzt am Anfang muss ich noch oefters zuschauen. Neulich waren Gordad und ich z.B in einer Berufsschule in der eine Aids-Diskussion auf dem Plan stand. Den Grossteil hat Gordad geleitet, ich war z.B nur fuer Auflockerungsspiele und einen kurzen Einschub ueber Aids in Deutschland und anderen Industrielaendern veranwortlich. Finde es aber auch ganz gut so, da man sich am Anfang erst ein bischen eingewoehnen muss. Gestern habe ich dann bei Antrag auf Spendengeldern bei „The Foundation“ mitgeholfen und das spaeter noch ge“excelt“. Ausserdem bin ich jetzt seit gestern auch das erste weisse und auslaendische Mitglied.

Sonst rege ich mich gerade ein bischen ueber die Technik auf. Das Internetcaffee, in dem ich zu einem sehr freundschaftlichen Freundschaftspreis surfe, arbeitet mit sehr langsamen Computern, die dann mit einer sehr langsamen Internetleitung klarkommen muessen. Seit einer Woche sind auch noch alle PCs mit Viren verseucht, weil irgendein Held bei einem Computer „Antivir“ abgeschaltet hat und die Viren dann sofort auf alle anderen Rechner gesprungen sind. Dazu kommt noch, dass das Stromnetz seit etwa drei Monaten jeden Abend zusammenbricht oder wegen einer Wartung abgeschaltet wird.