Archiv für Januar 2009

Kiliwizards

Ich war heute wieder bei den Kiliwizards, bin jetzt jeden Dienstag und Donnerstag dort. Bis alle Mitglieder eingetrudelt waren, verging zwar eine gute Stunde, aber das ist hier auch gaengig. Habe dann zuerst ein paar Stunden Englisch mit ihnen gemacht. Die meissten koennen von der Primary School noch ein paar Brocken, ganz von Null anfangen muss ich deswegen nicht. Ich mache dann immer abwechselnd Spiele und Grammatik. In „Ich packe meinen Koffer“ sind sie irgendwie sehr gut, am Schluss habe wir vier Runden mit etwa 100 Begriffen hingekriegt.
Nach dem Unterricht wird dann immer an ihrem Schmuck gearbeitet, den sie verkaufen, um ihre Tanz-/Schauspielaktionen zu finanzieren. Habe mir heute dann auch ein Armband mit Muscheln, Perlen und allem moeglichem Krams geknotet.
Gegen 3, 4 gibts dann immer Essen, bis jetzt immer Ugali mit Fisch. Danach fangen sie mit den Proben an, was immer sehr schick und professionell aussieht. Hier mehrere Fotos.

Auf jeden Fall gefaellts mir bisher bei den Kiliwizards sehr. Ist immer eine sehr herzliche Atmosphaere, alle sind immer sehr interessiert und bemueht mit dem Unterricht und ich kriege auch immer ein paar neue Swahili-Ausdruecke mit.

Mr. Blue ft. Steave – Tabasamu


Hier der aktuelle Chartstuermer in Tansania, Mr. Blue. Im Gegensatz zu den meissten deutschen Hip-Hoppern sind die Texte aber ziemlich zahm, „Tabasamu nipate furaha“ heisst z.B „Wenn du laechelst, bin ich gluecklich“.

Mehr Bilder

Hier noch ein paar Bilder aus Sansibar und von meinen neuen Arbeitgebern, „Yocoso“ und den „Kiliwizards“.

Masawe’s back

Seit letztem Jahr ein sehr beliebtes Motiv in Moshi

Nach laengerer WordPress-Abstinenz geht’s heute endlich weiter. Sehen kann ich seit ein paar Wochen wieder, Walter hat ueber einen Freund neue Brillenglaeser aus Kenia organisiert. Hier wuerden sie naemlich das doppelte kosten und sind in meiner Staerke nicht sehr leicht zu finden. In Moshi habe ich mir dann einen Made-in-China-Rahmen fuer umgerechnet etwa 30 Cent besorgt und auch hier die Glaeser schleifen und einsetzen lassen. Der Rahmen war nicht ganz meine Wunschwahl, es ist einer mit sehr fetten, schwarzen Raendern mit dem ich jetzt ein bischen wie Thorwald Proll aussehe. Aber fuer umgerechnet insgesamt 30 Euro kann man auch als Schwabe nichts sagen.

Letztes Wochenende hatte ich zum ersten Mal Malaria. War die ganze Zeit sehr schwach und habe alles Gegessene sehr schnell wieder nach draussen befoerdert. Ich glaube ich war das erste Mal in meinem Leben voellig appetitlos. Inzwischen gehts aber wieder einigermassen, ich habe vom Krankenhaus Tabletten bekommen, die ganz gut (wenn auch etwas depressiv) gewirkt haben und trinke auf Anordnung viel Fruchtsaefte, die gut entgiften sollen.

Seit 2 Wochen Woche bin ich wiegesagt bei „White Orange Youth“, die hauptsaechlich Aids-Aufklaerung betreiben. Mit Streetwork oder Aktionstagen werden den Leuten die Infektionswege von HIV/Aids und Gebrauch von Verhuetungsmitteln erklaert.

Da White Orange Youth gerade noch eine groessere Aktion vorbereitet und  das outreach Programm noch nicht gestartet ist, bin ich gerade auch noch zusaetzlich bei zwei befreundeten Organisationen, den „Kili Wizards“ und der „Youth Control Society“.

Die „Kili Wizards“ sind eine Tanzgruppe, die mit Vorfuehrungen an Schulen oder auf Festen ueber Themen Aids, Drogenmissbrauch oder Korruption aufklaert. Bei denen mache ich jetzt zwei Mal in der Woche Englisch Unterricht. War vorgestern bei einer Probe dabei, war alles sehr beeindruckend. Fotos davon kommen bald.

Die „Youth Control Society“ (YOCOSO) sitzt in Njoro („Ndschorro“), das sowas wie das Problemviertel von Moshi ist. Dort wohnen scheinbar schon seit Generationen die Gangster von Moshi. Vor ein paar Jahren hat sich die Lage aber entspannt.  Seit kurzem gibt es dort auch eine Polizeiwache, die jedoch um 6 Uhr abends schliesst. Auf jeden Fall kuemmert sich „Yocoso“ um die Jugend in dem Viertel und klaert ueber Drogenmissbrauch und Aids auf. Yocoso begleite ich bei Rundgaengen durch das Viertel, bei denen sie mit den Bewohnern sprechen, Frage-und-Antwort-Runden um die Themen Aids und Drogenmissbrauch machen oder den Gebrauch von Kondomen erklaeren. Auch bastel ich fuer sie einen Blog. Da es noch eine sehr junge Organisation ist, ist eine Website ganz gut fuer Spenden und Volunteers.

Wie lange ich jetzt bei White Orange Youth und den Partnerorganisationen arbeite, weiss ich noch nicht. Ich wuerde eigentlich auch noch gerne zu den Green Mamas, der Umweltgruppe in Moshi. Die warten aber immer noch auf Foerdergelder aus Dar es Salam, vorher koennen sie noch nichts starten.

Auf jeden Fall bleibe ich wahrscheinlich insgesamt bis Mitte Juli, also insgesamt 11 Monate. Urspruenglich hatte ich Mitte August als Abreisezeit angepeilt, wenn ich aber ab diesem Wintersemester etwas studieren sollte, waere das etwas knapp. Der Abschied hier wird sicher hart, habe mich inzwischen schon ganz gut eingelebt und zu sehr in die schoene Umgebung, das leckere Essen und die netten Menschen gewoehnt. Zeitweise hatte ich sogar ernsthaft ueberlegt, auf insgesamt zwei Jahre zu verlaengern.

Na ja, jetzt bleiben mir immerhin noch sechs Monate, die ich geniessen kann.

Habe uebrigens einen ganzen Schwung neuer Fotos hochgeladen, alle aus meiner Urlaubszeit als mich Timo und Thomas besucht haben. Fotos von Sansibar und meinen neuen Arbeitgebern kommen morgen (oder spaeter, no hurry in Africa…).

Auf dem Weg zum Marangu-Wasserfall

Kann zur Zeit weder bloggen noch Emails beantworten, habe naemlich letzte Woche auf Sansibar in einer ziemlich unruehmlichen Aktion meine Brille verloren. Da mein rechtes Auge mitlerweile 5, 75 kurzsichtig ist, sitze ich hier gerade mit etwa 10 Zentimetern Abstand zum Bildschirm, was auf die Dauer etwas anstrengend ist.

Naechsten Montag sind dann meine Ferien vorbei und es geht bei „White Orange Youth“ los.

Auf jeden Fall vielen Dank fuer alle Geburtstagsgruesse und Neujahrswuensche, melde mich nochmal, sobald eine neue Brille fertig und lade ein paar schicke Inselfotos hoch.