Moshinizing Arusha

Letzte Woche rief mich Michael, der Boss vom Kilicentre an, und behauptete, dass das immigration office 100 000 TSH (etwa 70 Euro) Schmiergeld von mir verlange um meine fehlenden Fundraising Kenntnisse zu decken. Sonst wuerde mein Visa-Antrag abgelehnt. Ich bin darauf zum immigration office gefahren und habe Mr. Tabarani, meinen Sachbearbeiter, darauf angesprochen.

Der hat mir dann eine etwas andere Version erzaehlt: Er habe Michael wegen meinen nicht vorhandene Zeugnissen fuer Funraising angerufen und ihm angeboten, einfach meine Job Beschreibung im Vertrag von „Funraiser“ auf z.B „Lehrer“ zu aendern. Auf diese Weise haette er mein Visa ohne Probleme durchwinken koennen.

Michael bestand aber darauf, mich als „Fundraiser“ unter Vertrag zu nehmen und willigte auch ein, die Schmiergelder (100 000 TSH) fuer die Kollegen von Mr. Tabarani (da mein Visa durch mehrere Haende geht) zu uebernehmen und persoenlich vorbeizubringen.

Ich wusste von Michaels Deal wiegesagt nichts und bekam von ihm nur die Version zu hoeren, dass ich dem immigration office das Schmiergeld zahlen muesste. Ich verstehe immer noch nicht, warum er nicht einfach die Job Beschreibung im Vertrag aendern wollte. Ich habe mich gestern nochmal mit Michael getroffen, um die Visa Sache zu klaeren. Er ist um die ganze Geschichte sehr rumgeeiert und hat mir immer noch nicht gesagt, was eigentlich Sache ist oder warum er seinen Deal mit dem immigration office auf mich abgewaelzt hat.

Ich war mir schon in den letzten Tagen wegen der Fundraising Geschichte sehr unsicher. Zum einen habe ich dafuer keine richtige Ausbildung und Kenntnisse, zum anderen steht hinter mir keine Organisation, die sowas absegnet. Ich glaube kaum, dass Leute in Deutschland so eine ein-Mann-Aktion wie wild unterstuetzen wuerden.

Da jetzt noch dazu kommt, dass mich mein Chef angelogen hat und ich mich nicht hundertprozentig auf ihn verlassen kann (Spenden wuerden naemlich zuerst durch seine Haende gehen), wurde mir das jetzt zu heiss und habe ich mich entschlossen, das Ganze abzubrechen.

Seit Ende August bin ich immer noch an der Rau Primary und nach erstem Missmut gefaellt mir die Stelle immer besser (will aber sicherlich nicht Lehrer werden). Diese Woche habe mit der 5. Klasse kleine englische Theaterstuecke geprobt und mit meiner Digicam aufgenommen. War sehr witzig.

Da ich ueber Weihnachten und Neujahr Besuch von zwei Kumpels aus Deutschland bekomme und deswegen meine Arbeitszeit etwas flexibler gestalten muss, arbeite ich jetzt bis Ende des Jahres noch an der Rau und fange danach bei „White Orange Youth“ an. Habe mich schon ein paar Mal mit dem Chef von „White Orange Youth“ getroffen. Angenommen bin ich schon, versuche jetzt waehrend ich noch an der Rau bin, mein Visa auf meine neue Stelle umzustellen, damit das fliessender Uebergang wird.

Letztes Wocheende war ich bei meinem ersten couchsurfing Treffen unter dem Titel „Moshinizing Arusha“ in Arusha . Waren super Tage, wir haben viele nette Leute aus Arusha getroffen. Beherbergt wurden Walter und Ich von zwei Accountance-Studenten. Am Sonntag morgen haben sie uns noch ihren Campus in Arusha gezeigt und und uns anschliessend noch zu einem evangelischen Gottesdienst mitgeschleppt. Auch wenn ich mit Gott und Kirche nicht so viel bis gar nichts am Hut habe, hat’s mit irgendwie sehr gefallen. In der ersten Haelfte wurde sehr viel gesungen, geklatscht und geschunkelt und die Leute machten nicht den Eindruck als wuerden sie staendig wegpennen wie in deutschen Kirchen. Walter und ich mussten uns als erstmalige Besucher der Kirchengemeinde vorstellen. Den Rest der Predigt ist der Pfarrer sehr abgeschweift und hat sehr viel ueber fleissige, rund um die Uhr arbeitende Deutsche erzaehlt, die ein Vorbild fuer die faulen Tansanier sein sollten. Das war mir dann eher unangenehm, da es zum einen ueberhaupt nicht stimmt und man zum anderen Arbeit in einem Industrie- und in einem Entwicklungsland nur schwer vergleichen kann.

Bilder aus Arusha gibt’s auch…aber gerade reicht die Internetverbindung nur fuer wordpress

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