Archiv für November 2008

Heute konnte ich endlich den ganzen Visa Kram fuer das Kilicentre abschliessen. Nachdem ich Saetze aus meinem Abizeugnis wie „Die Vereinbarung ueber die Abiturpruefung der neugestalteten gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II“ ins Englische uebersetzen musste, brauchte das Ganze noch Stempel und Unterschrift von einer anerkannten Person, als Beispiel hatte uns das immigration office einen Pastor genannt. Letzte Woche bin ich dann in teuren Taxen mit Walter durch Moshi und Umgebung gefahren und habe drei Geistliche aufgesucht, von denen es hiess, dass sie ein paar Brocken deutsch sprechen wuerden und damit meine Uebersetzung bestaetigen koennten. Das stellte sich aber immer nur als Geruecht heraus. Und schliesslich haben wir erfahren, dass man selbst mit der Unterschrift eines Geistlichen noch zusaetzlich die Bestaetigung eines Anwalts braucht.
Gerade eben hat ein Anwalt das Ganze fuer teures Geld unterschrieben. Der kann zwar kein deutsch, ist aber ein hoehers Tier und hat deswegen von dem immigration office nichts zu befuerchten.
Im Moment bin ich von dem ganzen Gehetze nur noch genervt. Die Verwaltungsleute hier sind zwar jederzeit bestechlich, aber gleichzeitig penibler als deutsche Buerokraten.
Michael, mein Chef beim Kilicentre, zieht es nun doch lieber vor, dass ich erst anfange wenn mein Visa vom immigration office kommt. Zur Zeit arbeite ich also noch bei der Rau und mache nebenher die Spendengeschichten fuer das Kilicentre.
Nachdem ich heute alle Unterlage abliefern konnte, kriege ich mein Visa vorraussichtlich Ende dieser oder Anfang naechster Woche. Erst hatte ich geplant, im Kilicentre und bei dem „White Orange Youth“ Projekt gleichzeitig zu arbeiten. Doch da das visa-technisch unmoeglich ist, arbeite ich jetzt wohl fuer 3 Monate beim Kilicentre und den Rest meiner Zeit bei den „Green Mamas“ und „White Orange Youth“ gleichzeitig (die Green Mamas gehoeren wie die Rau Primary zu dem Education Department und bestehen auf kein Visa).
Gestern habe ich meinen dritten Wasserfall-Trip unternommen. Ich und Walter sind inzwischen beide Mitglieder bei „couchsurfing„, ein riesiges weltweites Netzwerk aehnlich wie myspace oder facebook, das hauptsaechlich Uebernachtungsgelegenheiten vermittelt (Wiki). Gestern waren zwei CS-Mitglieder in Moshi (ein Ingenieur aus Barcelona und ein Informatiker aus Arusha) mit denen wir dann zu den Kilasiya Wasserfaellen aufgebrochen sind. War ein super Tag, in dem Fluss konnte man sogar baden (habe gehoert, dass in Deutschland inzwischen der erste Schnee faellt, das nur neben bei)
Hier neue Bilder, eins von der Rau, der Rest von den Kilasiya Wasserfaellen:

Von Tansania

Von Tansania

Von Tansania

Von Tansania

Von Tansania

Von Tansania
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Neue Bilder

Hier 5 neue Bilder aus Moshi.

Von Tansania

Von Tansania

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Original born African managing America

Seit letzter Woche arbeite ich jetzt beim Kilicentre. Das Kilicentre liegt in einem kleinen Wald mit Panorama Blick auf den Kilimanjaro (in der Naehe des KCMC, dem groessten Krankenhaus in Moshi). Die Anfahrt ist noch etwas gewoehnungsbeduerftig, es geht nur bergauf und mit dem Rad brauche ich etwa immer eine halbe Stunde. Bisher habe ich Michael, den Chef, ein bischen ueber das Kilicentre interviewt und an moeglichen Spendenplaenen geschrieben. Hauptsaechlich geht es darum, von einem Teil der Spenden die laufenden Kosten (Essen, Wasser, Strom, Miete, etc.) aufzufangen und von dem anderen Teil Geschaeftsideen zu finanzieren, die das Kilicentre unabhaengiger von Spenden machen wuerde (z.B eine Mittagskueche fuer die umliegende Dorfbevoelkerung oder Programme fuer Touris). Ich bin noch nicht sicher, ob und wie gut das klappt, versuche halt mein moeglichstes. Gerade habe ich einen Redakteur der HZ, unserem lokalen Blatt in Hechingen, wegen einer moeglichen Spendenaktionen angemailt.

Neben dem Kilicentre werde ich bald auch fuer ein Aids-Projekt namens „White Orange Youth“ arbeiten. „White Orange Youth“ arbeitet mit lokalen und auslaendischen Volunteers und klaert an Schulen und Doerfern in der Umgebung ueber Hiv/Aids auf. John Kessy, Gruender und Chef der Organisation, hat erzaehlt, dass es sein Projekt nicht immer ganz leicht hat. Viele aeltere Menschen halten Aids fuer die Strafe Gottes und die Lehrer genieren sich zu sehr, als dass sie ihren Schuelern etwas, das mit Sex zu tun hat, erklaeren wollen (meisstens mit der Ausrede, dass man durch Hiv/Aids-Aufklaerung jenes „ungezogene Verhalten“ nur noch interessanter fuer Schueler macht).
Da John unbedingt deutsch lernen will und er mir auch Swahili beibringen kann, werde ich wohl bald regelmaessigen Sprachunterricht geben/bekommen. Bis jetzt spreche ich noch ein sehr einfaches Swahili, kann damit einkaufen, essen gehen und ein wenig plaudern. Fuer laengeres Reden fehlt mir aber noch die Grammatik.
In Moshi ist nach der US Wahl ein Faehnchenhype wie waehrend und nach der WM 2006 in Deutschland ausgebrochen. An jedem zweiten Auto und Fahrrad hangt jetzt eine US Fahne. Obama ist seit kurzem die Abkuerzung fuer „Original Born African Managing America“ (auch wenn das nicht ganz wahr ist).
Wenn alles klappt, ist mein Volunteer Visum am Donnerstag endlich fertig. Diese Woche verbringe ich hauptsaechlich mit Behoerdengaengen zum immigration office und zu Wechselstuben (fuer mein Visa werden nur US Dollar akzeptiert). Bin sehr froh ueber Walters gute Verbindungen ins immigration office. Normalerweise muesste ich fuer das Jahresvisum etwa 600 USD zahlen und bis zu sechs Monate warten (bis die Unterlagen wieder aus Dar es Salam zurueckkommen). Durch Walters Deal zahle ich jetzt 300 bis 400 USD und bekomme den Stempel in wenigen Tagen.

Neue Bilder

Von Tansania

Habe gerade einen ganzen Schwung neuer Bilder hochgeladen. Am Wochenende ist das Internet hier ziemlich schnell, etwa mit deutschem ISDN vergleichbar.
Am Dienstag fange ich beim Kilicentre an. Der ganze Visa Kram ist noch nicht ueber den Berg, die tansanischen Buerokraten habe hier recht strenge Richtlinien. So muss ich z.B mein Abizeugnis auf Englisch uebersetzen, dass ganze darf aber nur eine anerkannte Vertrauensperson machen, z.B Kirchenleute. Bin deswegen gerade auf der Suche nach einem deutschstaemmigen Pfarrer in Moshi.
Mein Chef beim Kilicentre hat aber mir aber erlaubt, auch schon anzufangen, waehrend mein Visa noch im Gange ist.

So langsam profitiere ich hier von der US Wahl. Wurde schon zweimal auf ein Bier eingeladen, weil mich die Leute fuer einen Obama-waehlenden Amerikaner hielten. Und das Bier ist hier einfach zu lecker, als dass ich sie aufklaeren wollte.

Election Day

Heute morgen kam schon im Radio, dass es Obama auf jeden Fall geschafft hat, obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezahlt sind. Walter ist immer noch ganz aus dem Häuschen, als Kenianer ist er so was wie ein Landsmann von Obama. Er blieb die ganze Nacht wach und hat mich lautstark mit den Worten „A monkey will rule the world“ geweckt. Ich habe die ganze Wahlnacht durchgepennt, hatte nicht mit so einem frühen Ergebnis gerechnet. Walter rechnet aber ernsthaft damit, dass Obama bald von irgendwelchen Rassisten erschossen wird.
Gestern habe ich mit einer Klasse an der Rau eine kleine Umfrage gemacht, drei Stimmen für McCain und 57 für Obama.
Die Leute tanzen zwar heute nicht in den Strassen, sind aber sehr gut gelaunt und reden nur noch ueber die Wahl. Von den Händlern bekommt man heute auch sehr gute Preise. Richtig gefeiert wird scheinbar in Kenia. Ministerpräsident Odinga, ein Cousin von Obama, hat mit Präsident Kibaki die Auszaehlung in der amerikanischen Botschaft verfolgt und prompt für morgen einen Feiertag ausgerufen.

Hier das „Time for Some Campaignin'“ Video von jibjab.