Archiv für Oktober 2008

Kilicentre, Rau Primary

Nachdem ich mich in Moshi nach anderen Stellen umgesehen und beworben habe, hat mich vorgestern das Kilicentre angenommen. Das Kilicentre ist ein Heim fuer Waisen und Strassenkindern, etwas ausserhalb von Moshi. Da die meissten Kinderheime hier NGOs sind und keinerlei staatliche Unterstuetzung bekommen, sind sie sehr stark auf Spenden und Volunteers angewiesen, speziell aus dem Ausland. Ich werde dort deswegen als ein Art Fundraiser arbeiten und Organisationen und Firmen in den Industrielaendern um Unterstuetzung anschreiben. Ich soll auch an Konzepten mithelfen, wie man das Kilicentre erweitern kann, geplant ist z.B eine integrierte Primary und Secondary School, die von den Heimkindern und anderen Kindern aus Moshi besucht wird. Ausserdem haben sie mir noch angeboten, ein paar Spiel- und Sportaktivitaeten mit den Kindern zu machen, z.B eine Taekwondo Ag. Bis jetzt sind die Kinder tagsueber immer in Primary und Secondary Schools in Moshi, deswegen waere solche Sportprojekte eher nachmittags oder Abends.
Bin gerade noch am gucken mit welcher Variante ich am wenigsten fuer mein Arbeitsvisum zahlen muss (bis jetzt bin ich offiziell nur Tourist), wenn alles glatt geht bin ich aber schon naechste oder uebernaechste Woche beim Kilicentre.

Die Arbeit an der Rau macht mir inzwischen viel mehr Spass. Ich bin inzwischen immer fast den ganzen Vormittag in Klassen und danach meistens sehr erschossen. Die Kinder sind zwar nett und zum Glueck noch nicht in der Pupertaet, doch die Klassen sind immer sehr gross (etwa immer um die 50 Schueler) und ich kann hier nie irgendwelche visuellen Hilfsmittel anwerfen und mich zurücklehnen. Mit Spielen kann man sie ganz gut bei Laune halten, habe ihnen neulich Galgenmännchen beigebracht, um mit ihnen englische Rechtschreibung zu ueben. Lasse sie gleichzeitig den geratenen Begriff an die Tafel malen. Hier mal drei Fotos aus der Klasse:

Von Tansania

„Grandmother“

Von Tansania

Hier sollen sie ihren dicklichen Rektor malen, ein sehr netter Typ

Von Tansania

Walter hat von irgendeiner Organisation den Auftrag bekommen, 20 Hiv-infizierte Kinder in Moshi zu besuchen, sie zu interviewen und Fotos zu machen. Das ganze hat scheinbar den Sinn, dass nach der Auswertung den Kindern finanziell und medizinisch geholfen wird, z.B mit Uebernahme der Schulgebuehren oder mit kostenlosen Medikamenten. Ich begleite ihn zur Zeit immer zu den Familien und mache die Fotos. Ist zwar interessant, aber gleichzeitig sehr deprimierend. Keines der Kinder kann etwas fuer seine oder ihre Infektion, alle wurden waehrend der Geburt infiziert. Auch wirken sie immer sehr reif fuer ihr Alter, den meissten ist ihre Krankheit bewusst und wissen, dass sie kein langes Leben haben werden.
Wenn wir damit fertig sind, schreibe ich nochmal was laengeres und lade auch Bilder hoch.
Bilder von der neuen Superwohnung gibt’s auch bald, letzte Woche ging jedoch dank meiner Grobmotorik meine Digicam kaputt und musste repariert werden. Gestern hat sie sich im Internetcaffee wieder einen Virus eingefangen, muss das Ding deswegen erstmal scannen.

Advertisements

Obama


Die inzwischen scheinbar apokalyptische Weltwirtschaftskrise laesst sich in Tansania recht gut ignorieren. Ich kriege davon immer nur in Mails aus Deutschland oder im Internet mit.

Die Zeitungen haben zwar auch 3, 4 internationale Seiten, davon sind aber zur Zeit immer mindestens 2 fuer Obama News reserviert. Jedes neue Fernsehduell wird ausgiebig analysiert und jede moegliche Wahlkampfstrategie durchgespielt. Dabei sind die Schreiberlinge in der Regel sehr parteiisch, treten jeden McCain Skandal in die Breite und drucken ehrfuerchtig ganze Reden von Obama ab.
Die meissten glauben zwar nicht, dass ein schwarzer US Praesident etwas an ihrer Situation aendert, sehen ihn aber als Symbol dafuer, dass endlich auch schwarze Politiker ueber Weisse bestimmen und sogar eine Weltmacht (z. Zeit sind das wahrscheinlich nicht mehr die USA) anfuehren koennen.

Obama in Kenia

Meine kleine Wohnungs-Odyssee

Kann endlich verkuenden, dass ich gestern -tusch- endlich umgezogen bin.

Als ich im August hier ankam und die Vorbereitungstage vorbei waren, bin ich erst mal in die damalige Wohnung von Walter gezogen. Wir haben uns dann auf Suche nach einer groesseren Wohnug gemacht, seine damalige war eigentlich nur ein Zimmer. Haben dann auch eine recht gute zwei Zimmer Wohnung ausgemacht. Der Vermieter hat uns aber fast einen Monat hingehalten, weil Wasser- und Stromzaehler noch nicht installiert waren. Da uns das irgendwann zu dumm wurde, haben wir dem Vermieter abgesagt und uns letzte Woche eine andere Bude gesucht.
Die alternative Bude hat sich dann aber als ziemliches Loch herausgestellt. Es waren zwei Zimmer die wir dummerweise nachts besichtigt hatten. Die Vermieterin hat uns alle moeglich Maler- und Renovierungsarbeiten versprochen, bei unserem Einzug war aber nichts gemacht. Klo und Dusche haben so gestunken, dass man sie bei besten Willen nicht benutzen konnte. Als wir Wasser und Strom auch nicht finden konnten, haben wir beschlossen wieder zu packen.
Nach laengerem Hin und Her haben wir schliesslich doch noch unsere Miete zurueckgekriegt (hier zahlt man fast immer eine Jahresmiete im Vorraus). Wir hatten gluecklicherweise noch keinen Vertrag mit der Frau unterschrieben, sonst waer da nicht mehr viel zu machen gewesen. Walter hat ausserdem noch unser Vorhaben unterstrichen, indem er die Frau mit Freunden von der Polizei besucht hat (denen wir bei naechster Gelegenheit ein paar Bier ausgeben muessen). Sie war danach recht engegenkommend und hat auch brav zurueckgezahlt.

Gestern sind wir wieder umgezogen und zwar in eine sehr schicke und grosse Wohnung. Ist etwas ausserhalb in einem eher reichen Viertel, in dem hauptsaechhlich Volunteers und die Bonzen aus Moshi leben. Das Ganze hat insgesamt 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad, Kueche und noch einen groesseren Raum fuer den uns noch keine Verwendung eingefallen ist. Wird wahrscheinlich Gaestezimmer und Rumpelkammer.
Wir zahlen fuer diese Wohnung nicht viel mehr als fuer die vorherige, jeder etwa 30 Dollar pro Monat.
Komme mir nach den ganzen Umzuegen zwar vor wie ein untergetauchter Terrorist, bin aber sehr gluecklich ueber die schicke Wohnung.
Fotos lade ich demnaechst hoch, gerade ist das Stromnetz etwas instabil.