"Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten."

Viele hier halten die Demokratie fuer das groesste Uebel, das die Weissen nach Afrika brachten. Im Grunde genommen koenne so etwas nur in entwickelten Industrielaendern funktionieren.
Die Regierung gilt im Allgemeinen als korrupt und verschwenderisch. So verfuegt die tansanische Regierung ueber mehr als 40 Ministerien, welche sich wiederrum regelmaessig teure, amerikanische Schlitten zulegen und wichtige Posten mit Familienmitgliedern besetzen.
Man kann nur sehr eingeschraenkt von freien Wahlen sprechen. Die Opposition wird waehrend den Wahlen massiv behindert, aehnlich wie in Kenia oder Simbabwe. So ist die Regierungspartei CCM seit 1995 an der Macht, immer mit 80 Prozent und mehr der Stimmen.
Auch laesst sich hier mit Geld so ziemlich alles Regeln. Walter hat mir von einem Hotelbesitzer erzaehlt, der ein sechsjaehriges Maedchen vergewaltigt hat. Offiziell wurde er zu 40 Jahren Haft verurteilt. Doch weil er ueber das noetige Kleingeld verfuegt, lief er nach zwei Jahren wieder als freier Mann im Moshi herum.

So haetten die einen liebend gerne wieder die Englaender in Tansania. Zwar sei das Land bis 1961 komplett fremdgesteuert gewesen, doch westliche Arbeitsmoral und Know-how haetten dem Land eine feste Struktur und wirtschaftliche Zukunft gegeben. Ohne die Weissen sei die Situation chaotisch und das Land treibe nur planlos vor sich hin, ohne wirklich vorwaerts zu kommen.
Andere wuenschen sich so etwas wie den „starken Mann“. Walter z.B haette gerne einen Koenig fuer Tansania. Einen der unbuerokratisch und unbestechlich die wichtigen Entscheidungen faellt. Natuerlich ohne Parlament, das sowieso nur Geld frisst und sich unproduktiv streitet. Dass aus so einem starken Mann leicht ein Robert Mugabe werden kann, der sich in Simbabwe seit fast 30 Jahren an der Macht haellt und sein Volk hungern laesst, sieht Walter relativ gelassen: „Then we’ll just kick him away!“

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